Mittwoch, 5. Dezember 2012

Wölfe in Brandenburg: Abknallen ist auch keine Lösung - taz.de

Abknallen ist auch keine Lösung

Die Nutztierhalter fühlen sich nicht ernst genommen. Der Bauernbund fordert nun die „aktive Bejagung“ märkischer Wölfe. Umweltministerium und FDP sind dagegen.

Canis lupus: beim Bauer wenig beliebt. Bild: dpa
LENNEWITZ/POTSDAM dpa | Der Bauernbund Brandenburg will Wölfe wegen ihrer Angriffe auf Schafe und Ziegen aktiv bejagen lassen. Der Wolf müsse dazu bundesweit ins Jagdrecht übernommen werden, forderte Geschäftsführer Reinhard Jung am Dienstag. „Wir wollen das geschützte Tier aber nicht ausrotten“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Der Wolf bedrohe jedoch Tiere auf der Weide und damit auch die Produktion von Fleisch. Der Vorstoß von Landwirten stieß auf Kritik.

Weil die vom Umweltministerium vorgesehenen Pläne zum Umgang mit den Wölfen die Ausbreitung des Tieres nicht eindämme, werde der Bauernbund an dem Projekt nicht mehr mitarbeiten, hieß es. In der kommenden Woche ist dazu die letzte Sitzung vorgesehen. Der märkische Wolfsplan von 1994, der den Umgang mit dem in Deutschland streng geschützten Tier regelt, wird zurzeit mit Beteiligung von etwa 80 Verbänden und Institutionen abschließend überarbeitet. Er soll nächstes Jahr in neuer Form vorgelegt werden.

Der märkische Umweltverband BUND und das Umweltministerium äußerten Unverständnis für die Forderung des Bauernbundes, den Wolf aktiv zu jagen, und verwiesen auf den Schutzstatus des Tieres. Kritik am Wolfskonzept der rot-roten Landesregierung kam von den oppositionellen Landtagsfraktionen von FDP und CDU.

„Wir Nutztierhalter fühlen uns bei der Wolfsdiskussion nicht ernst genommen“, bemängelte Bauernbund-Geschäftsführer Jung. „Es geht uns im Kern darum, dass die Tierhalter durch die vom Wolf angerichteten Schäden ökonomisch nicht kaputtgemacht werden dürfen.“ In Brandenburg gebe es für den Wolf bereits etwa 60.000 Hektar Naturreservate sowie gesperrte Flächen in alten Tagebauen und Truppenübungsplätzen, bemerkte Jung. „Dort kann der Wolf in Ruhe leben.“
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